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Poesie der Zukunft

Danke, Anastasius Grün!

aus unserer Reihe "wir sind Zwerge auf Schultern von Riesen"* - und danken diesen.

 

Poesie der Zukunft

Wo sie die wilde Schlacht geschlagen haben,

O lauscht nicht auf dem Feld nach Lerchensange!

Da kreischt die Krähe nur nach blankem Fange,

Dann kommen erst die Geier und die Raben;

Sie kommen zu beerben, zu begraben;

Dann kommt Erstarrung, Schweigen, lange, lange,

Bis spät der Sämann kommt vom nächsten Hange,

Zu streuen seines Saatkorbs neue Gaben.

Als läg im Körnlein eine Liederseele,

Erhebt sich dann aus seinem Ährenmeere

Die Lerche, eine sangbegabte Ähre. –

„Wann steigt aus goldner Saat die goldne Kehle?“

Mich dünkt, die Toten sind noch unbegraben,

Noch währt die Zeit der Geier und der Raben.

1850

 

*Infos zum Zitat s. 24.1.2020

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Wein statt Wehe-Rufe!

zum "Aufruf FÜR DIE KIRCHE UND FÜR DIE WELT" VOm Dunstkreis Kardinal Müller

Liebe Mentees,

guten Montag!

Wie geht es Ihnen inzwischen im Marathon der besonderen Herausforderungen? Es ist nicht einfach. Haben Sie Kraftquellen? Geht Ihnen der Wein aus? Können Sie sich irgendwo Wasser in Wein verwandeln lassen, um mit der Tapferkeit Mariens und der Freude an Jesus mit seinen erfrischend anderen Wegen der täglichen CoronaMühsal zu trotzen?

Erwartungsgemäß kommt jetzt wieder von gewissen Vertretern unserer Kirche per „AUFRUF FÜR DIE KIRCHE UND FÜR DIE WELT“ (7. Mai 2020) in fetten Lettern eine ganz einfache Lösung. Sie antworten auf die gesundheitliche Besorgniserregung mit einer religiösen, sie liefern die Bedrohung „entweder – oder“ frei Haus, nicht auf der richtigen Seite zu stehen und „ausgelöscht (zu) werden“.

Banalisierende Schlichtheit darf man als Einladung verstehen, stutzig zu werden. Lesen Sie den Aufruf in Ruhe, vielleicht sollten Sie ihn doch kennen. Auf nur drei Seiten werden Sie das Vokabular von Polarisierung und Populismus studieren und erkennen können – zumal bei einem Glas Wein von der Hochzeit zu Kana; der wird Sie davor bewahren, sich auf die eingeforderte „Kampfentscheidung“ einzulassen, der wird Sie ermuntern zur notwendigen Wachheit und Haltung aus der Freude am Evangelium (bei Carlo M. Martini „Was er euch sagt“ finden Sie fundierte Anregungen.).

Den Startschuss in die Arbeitswoche macht montags in Klöstern ein Hymnus des Heiligen Ambrosius mit den wonnevollen Zeilen: »Vergnügt wollen wir trinken / des Geistes klare Trunkenheit« - Prost! Genießen Sie so im Alltag mit Thomas die befreiende Wucht seines österlichen Statements „Mein Herr und mein Gott!“

PS zu einem im Aufruf erwähnten Beispiel: Wir verdanken die allmähliche Öffnung der Kirchen nicht einer Klage der Kirchen beim Bundesverfassungsgericht, sondern einsamen Demonstranten für Grundrechte, die dafür ihren Kopf hingehalten haben, bis das Bundesverfassungsgericht ihrer Klage recht gab, das Virus der Versammlungsfreiheit unterordnete und den Weg frei gab für Versammlungen, auch die kirchlichen.

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